
Verbundenheit endet nicht an der Logentür
Im vergangenen Jahr führte uns ein gemeinsamer Ausflug zu unserem Bruder und Freund Jens Rusch.
Jens ist Künstler, Freimaurer und ein Mensch, der erfahren hat, dass das Leben nicht immer den einfachen Weg nimmt. Seine Auseinandersetzung mit seiner Krebserkrankung, sein Engagement
und vor allem die Art, wie er aus eigener Erfahrung immer wieder etwas für andere entstehen lässt, haben mich seit jeher tief beeindruckt.
Ein guter Anlass also, ihn einmal gemeinsam mit Schwestern unserer Loge und Gästen zu besuchen.
Wir haben ihn aber nicht besucht, weil wir noch einen Programmpunkt für unseren Terminkalender brauchten. Wir haben ihn besucht, weil Freundschaft und Verbundenheit für uns zur Freimaurerei gehören.
Und genau das zeigte sich auch bei diesem Ausflug: Angehörige kamen mit, Gäste und auch Brüder aus Celle machten sich auf den Weg. Ein ziemlich bunter Kreis von Menschen – verbunden durch Freundschaft und eine gemeinsame Idee davon, was Gemeinschaft bedeutet.
Und wie eigentlich jedes Mal, wenn Jens und ich uns begegnen, entstand daraus wieder etwas Neues.
Zunächst entstand in meinem Unternehmen ehrenamtlich eine Webseite für das Patientennetzwerk. Einfach, weil ich das Projekt wichtig finde und etwas beitragen konnte.
Und Jens wäre nicht Jens, wenn darauf nicht irgendwann die nächste Idee folgen würde.
Diesmal heißt sie „Kulinarische Inklusion“. Die Initiative richtet sich insbesondere an Menschen, für die Essen aufgrund von Kau- oder Schluckbeschwerden nicht mehr selbstverständlich ist. Und natürlich hat Jens längst wieder „Gott und die Welt“ mobilisiert, um Menschen, Wissen und Ideen zusammenzubringen.
Also entsteht gerade die nächste Non-Profit-Webseite.
Sie ist noch im Aufbau und wird auch noch ein bissc hen brauchen – nicht zuletzt, weil Jens parallel so viel neues Material liefert, dass es erst einmal gesichtet und verarbeitet werden will.
Warum machen wir das eigentlich?
Hat nicht jeder von uns schon genug um die Ohren?
Natürlich.
Aber vielleicht ist es tatsächlich eine Art Gen. Für uns ist es jedenfalls die freimaurerische Variante von Gemeinschaft.
Gemeinschaft bedeutet nicht, zuerst danach zu fragen, welchen Vorteil man selbst davon hat. Sie bedeutet, füreinander einzustehen, Ideen mitzutragen und Menschen zu unterstützen, deren Arbeit man für wertvoll hält.
Die Loge Labyrinth * Freimaurerinnen in Bremen versteht sich deshalb als Unterstützer und Bestandteil dieser Initiative eines Bruders und Freundes.
Nicht, weil man damit glänzen kann. Sondern weil getan wird, was getan werden sollte.
Deshalb kommt auch dieser Beitrag vergleichsweise spät. Eigentlich gab es für uns keinen Grund, darüber zu berichten. Andererseits gilt ebenso: Wenn niemand über ein solches Projekt spricht, kann auch niemand erfahren, dass es existiert.
Freima
urerische Verbundenheit endet für uns eben nicht an der Tür des Tempels. Sie lebt in Freundschaften, die über Jahre und manchmal über Ländergrenzen hinweg bestehen. Sie zeigt sich darin, Verantwortung zu übernehmen, etwas von den eigenen Fähigkeiten einzubringen und füreinander da zu sein. Vielleicht ist genau das etwas, das in unserer schnelllebigen Zeit ein wenig aus der Mode gekommen ist.
Uns ist es wichtig und wir pflegen es.
Ach ja – und dann war da noch das Dankeschön.
Für die Webseite des Patientennetzwerks wollte Jens sich unbedingt revanchieren. Und plötzlich stand dieses Bild im Raum.
Ein Geschenk, das mir eigentlich viel zu wertvoll erschien.
Also musste wohl eine Lösung her.
Jetzt bekommt Jens eben noch eine Webseite.

