
Aufnahme in die Weltbruderkette – ein besonderer Schritt
Der Wunsch, Freimaurerin zu werden, entsteht selten aus einer spontanen Entscheidung. Meist steht am Anfang eine Frage: Was verbirgt sich hinter dieser traditionsreichen Gemeinschaft, von der so viele Menschen gehört haben, über die jedoch nur wenige wirklich etwas wissen?
Ein zentrales Ereignis auf dem Weg in die Freimaurerei ist die Aufnahme in die Weltbruderkette*. Dieser Ausdruck wirkt zunächst vielleicht feierlich oder sogar geheimnisvoll. Tatsächlich beschreibt er einen sehr grundlegenden Gedanken der Freimaurerei: den lebenslangen Bund von Menschen, die sich gemeinsamen Werten verpflichtet fühlen.
Die Weltbruderkette steht symbolisch für die Verbindung aller Freimaurer untereinander – über Länder, Generationen und kulturelle Unterschiede hinweg. Wer in diese Kette aufgenommen wird, wird Teil einer Gemeinschaft, die sich den Idealen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Humanität verpflichtet fühlt.
Der Weg der Freimaurerei ist nicht immer leicht. Er ist bisweilen steinig und verlangt Ausdauer. Freimaurerei ist daher nicht für jeden bestimmt. Sie setzt den aufrichtigen und beständigen Wunsch voraus, an sich selbst zu arbeiten und sich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.
Freimaurerei beginnt oft dort, wo es unbequem wird – dort, wo Selbstprüfung und Veränderung gefordert sind. Wer bereit ist, diesen Weg ernsthaft zu gehen, bleibt und wächst an ihm. Andere entscheiden sich, ihn wieder zu verlassen.
Mehr als eine Mitgliedschaft
Die Aufnahme in eine Loge ist kein formaler Vereinsbeitritt. Sie ist vielmehr der Beginn eines persönlichen Weges. Freimaurer verstehen ihre Gemeinschaft als einen Raum, in dem jeder an sich selbst arbeitet – an seiner Haltung, an seinem Denken und an seinem Umgang mit anderen Menschen und auch an seinem Verhalten in für ihn unangenehmen Situationen.
Dieser Weg beginnt mit der sogenannten Initiation, einem traditionellen Ritual, das seit Jahrhunderten zum Kern der Freimaurerei gehört. Es markiert symbolisch den Übergang von der interessierten Besucherin zur aufgenommenen Schwester.
Solche Rituale lassen sich nur begrenzt beschreiben. Sie sind bewusst als persönliches Erlebnis gestaltet, das jeder Mensch auf seine eigene Weise wahrnimmt. Gerade darin liegt ihre Bedeutung: Sie schaffen einen Moment, der den Beginn eines neuen Abschnitts im eigenen Leben markiert.
Eine Initiation ist und soll bewußt überraschen, auch für die Schwestern ist jede Aufnahme wieder etwas Besonderes. Wir arbeiten einen solchen Termin lange vor, es reisen Schwestern und Brüder aus alles Himmelsrichtungen an, um uns bei der Arbeit zu unterstützen und die neue Schwester in der Kette willkommen zu heißen. Eine Initiation – die Aufnahme in die Bruderschaft – kann man nur einmal im Leben erleben. Doch die Erinnerung daran begleitet viele Freimaurer ein Leben lang.
Eine Entscheidung, die Zeit braucht
Die Freimaurerei legt großen Wert darauf, dass eine Aufnahme wohlüberlegt geschieht. Deshalb steht vor jeder möglichen Initiation eine Zeit des gegenseitigen Kennenlernens.
Unsere Gästeabende bieten dafür den passenden Rahmen. Hier können interessierte Frauen Fragen stellen, Gespräche führen und sich ein eigenes Bild von unserer Arbeit machen. Ebenso lernen wir unsere Gäste kennen – denn Freimaurerei lebt vom Vertrauen und von der Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit.
Die Aufnahme in die Weltbruderkette bedeutet daher nicht nur, Teil einer Gemeinschaft zu werden. Sie bedeutet auch, Verantwortung für sich selbst und für das gemeinsame Miteinander zu übernehmen.
Erwartungen an jede neue Schwester
Mit der Aufnahme beginnt für die neue Schwester zugleich ein Weg der eigenen Arbeit. In der Freimaurerei spricht man davon, am rauhen Stein zu arbeiten – ein Bild dafür, an sich selbst zu wirken, Gewohnheiten zu prüfen und Schritt für Schritt an innerer Haltung und Erkenntnis zu wachsen. Diese Arbeit kann niemand für einen anderen übernehmen; sie ist immer persönlich und verlangt Aufrichtigkeit, Geduld und Ausdauer.
Zugleich ist jede Schwester von Anfang an Teil der Loge und nicht nur Gast in ihrer Mitte. Das Leben und Fortkommen der Loge hängt davon ab, dass sich jede Schwester – entsprechend ihrem Grad und ihren Möglichkeiten – einbringt und Verantwortung übernimmt. Dazu gehört auch, für die Werte und Regeln der Freimaurerei im Allgemeinen und der eigenen Loge im Besonderen einzustehen. So entsteht aus vielen einzelnen Beiträgen jene lebendige Gemeinschaft, die wir als Bruderschaft erleben.
Einladung zum Gästeabend
An unserem kommenden Gästeabend möchten wir gemeinsam mit Ihnen darüber sprechen, was diese Aufnahme für eine Freimaurerin bedeutet. Wie sieht der Weg dorthin aus? Welche Erwartungen sind damit verbunden? Und warum empfinden viele Schwestern diesen Moment als einen der bedeutendsten ihres freimaurerischen Lebens?
Wenn Sie neugierig sind und mehr über die Freimaurerei erfahren möchten, laden wir Sie herzlich ein, uns kennenzulernen.
Bitte melden Sie sich vorab über unser Formular an:
https://freimaurerinnen-bremen.de/einladung/
Die Gästeabende beginnen um 19:30 Uhr. Der genaue Treffpunkt wird Ihnen nach bestätigter Anmeldung mitgeteilt.
Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen und gemeinsam ins Gespräch zu kommen.
Diesen Gästeabend öffnen wir auch für interessierte Brüder, je nach Anzahl der anwesenden Freimaurer, findet die Veranstaltung evtl. als Speeddating statt.
*Das Labyrinth verwendet bewußt die traditionellen Begriffe. In der Kette stehen Brüder und Schwestern gleichermaßen.
