Zusammenfassung des Abends

Ein Gast, der schon längere Zeit unsere Gästeabende besucht, ist im vergangenen Jahr 257 km des Jakobswegs gewandert, um nach dem Studiumende Neues zu sehen und zu erleben. Wir erfuhren, dass es mehrere Wege gibt, sie alle enden in Santiago de Compostella und heißen daher „Jakobsweg“, also gibt es den einzigen, wahren Jakobsweg nicht wirklich.  Unsere Referentin ist auf dem Camino des Norte gewandert. Aufbruchsort war San Esteban.

Während der Pilgerreise werden Stempel in Kirchen und Kapellen in einem Pilgerpass gesammelt werden, so kann man am Ende immer wieder sehen, wie die Route verlief und wo man überall gewesen ist. Eine schöne Erinnerung! Der Pilgerpass gilt auch als Ausweis, um sich in den Pilgerherbergen ausweisen zu können.

Unsere Referentin berichtete von ihren ganz persönlichen Erfahrungen, wir erfuhren, dass die Schuhe doch nicht so gut eingelaufen waren, konnten Bilder großer Blasen anschauen, der Rucksack, der ungefähr 10 kilo wog hat bis heute sichtbare Spuren hinterlassen. Es war wirklich kein Spaziergang, es war schon ermüdend und anstrengend. Erschwerend hinzu kam, dass sie bei schlechtem Wetter startete, was dazu führte, dass die Stimmung gleich am Nullpunkt ankam, aber sie hielt durch und es wurde besser.

Wir „lernten“ ihre wechselnden Reisebegleiter kennen. Interessant zu hören, dass man viele Bekanntschaften macht und sofort ins Gespräch kommt, weil man ja das gleiche Thema hat. So gab es die unterschiedlichsten Begegnungen mit Menschen aus aller Welt. Interessanterweise auch einige aus Bremen und sogar eine Frau aus dem selben Studiengang. Da muss man erst auf dem Jakobsweg pilgern, um sich kennenzulernen.

Die Schilderung der unterschiedlichen Menschen und ihrer Herangehensweise an diese Wanderung war sehr faszinierend. Es gibt alles, es gibt den durchtrainierten Sportler, der sich 70km am Tag vornimmt und es gibt den Spaziergänger, der schon nach 10 km genug hat. Die Pilger wandern aus den unterschiedlichsten Gründen, bei dem einen ist ein Lebensabschnitt ist zuende gegangen, z.B. ein Studium, so war es bei unserem Gast, einige wollen zu sich finden oder etwas verarbeiten, ihre Grenzen erfahren, oder sie machen es aus religiösen Gründen.  Das gemeinsame Ziel und das gemeinsame Erleben, bietet die Grundlage für einen großen Zusammenhalt unter den Pilgern. Menschen begegnen sich, tauschen sich aus und gehen ein Stück des Weges gemeinsam.

Wenn die Wanderung zuende ist, erschöpfen sich meist die Bekanntschaften, man ist ein kleines Stück seines Lebens gemeinsam gegangen, damit erschöpfen sich aber meist die Gemeinsamkeiten. Die gefundenen Freundschaften haben im Alltag meist keinen Bestand.

Auch haben wir erfahren, dass es nach der Pilgerwanderung erstmal schwierig ist, in der Alltag zurückzufinden. In Spanien isst und schläft man wenig, das holt der Körper sich nach der Reise wieder. Alles ist langsamer, aber so soll es wohl auch sein. So eine Wanderung ist sicher auch ein Stück Entschleunigung.

Die größten Hindernisse auf der Wanderung sind die wunden Füße, Gelenkscherzen, die vollen Pilgerherbergen, und auch die hygienischen Zustände in letzteren.

Zu erwähnen gilt es, dass der Jakobsweg auch durch Bremen führt. In Bremen gibt es eine Pilgergemeinde, die regelmäßig ein Pilgerfrühstück veranstaltet, bei dem sich Pilger austauschen können. Hier der Kontakt zum „Pilgerpastor“ für alle, die Interesse haben:

http://www.kirche-bremen.de/glauben/pilgern/pilgern_pilgerpastor.php

Und hier kann man sich einen Pilgerpass bestellen, falls es nun gleich losgehen soll:

https://deutsche-jakobus-gesellschaft.de/pilgerausweis.html

Das Fazit unseres Gastes: wandern: gerne, Pilgerherbergen: nein danke. Es gibt allerdings auch Alternativen, wie Hostels und Hotels.

Man kann den Weg zu Fuß, auf dem Rad oder mit dem Pferd zurücklegen, alles ist möglich.

Das war unsere Ankündigung

Jakobsweg – eine persönliche Erfahrung

Jakobsweg
Photo: Britta Wellmann

Das Thema unseres Gästeabends im Februar ist der Jakobsweg. Ein Gast unserer Veranstaltungen hat den Jakobsweg erwandert und angeboten, über ihre Erfahrungen zu berichten. Ein Thema, das viele Menschen in meinem Freundeskreis umtreibt. Wer möchte nicht enmal ganz etwas anderes machen, aus dem Alltag aussteigen und einfach nur loslaufen.

Ich habe mal in einer Reportage gesehen, dass der Jakobsweg bereits irgendwo bei Köln beginnt. Ich kenne aber niemanden, der ihn soweit  gelaufen ist. Bei meiner Recherche zu diesem besonderen Gästeabend habe ich viele Informationen gefunden, „den“ Jakobsweg als solchen soll es gar nicht geben, im Gegenteil, es soll viele verschiedene Strecken geben. Meinem Verständnis nach, scheint es wohl so zu sein, dass es viele Pilgerwege gibt, die alle dasselbe Ziel haben und darum Jakobsweg heißen.

Santiago de Compostela
Photo: Britta Wellmann

Das Ziel ist die Kathedrale in Santiago de Compostela.

allsehendes Auge
Photo: Britta Wellmann

Ich habe den Jakobsweg nicht erwandert, war aber schon am Zielort. Dort wird man empfangen mit Musik und Tanz, es herrscht gute Laune und es weht der Wind der Freundschaft. Auch die Kathdrale ist sehenswert, dort sah ich in der Kuppel, das allsehende Auge, wie es in der Freimaurerei bezeichnet wird.

Wenn man nun die Gelegenheit hat, jemanden zu treffen, der nun schonmal auf diesem sagen umwobenen Jakobsweg gelaufen ist, dann kommen mir viele Fragen in den Sinn.

  • Welche Strecke hatte sie sich vorgenommen und hat sie sie geschafft?
  • Welche Begegnungen gab es und welche Geschichten sind geblieben?
  • Hat sie Freundschaft gefunden, die Bestand hat?
  • Wie waren die Übernachtungsmöglichkeiten?
  • Wann war der Alltag aus dem Kopf verschwunden?
  • Welches war die für sie persönlich wichtigste Erfahrung?
  • Macht man die Reise einmal oder würde man sie auch wiederholen?
  • Muss ich da auch hin?

 

Fragen über Fragen, ich könnte immer so weitermachen, aber wahrscheinlich werden die Schwestern und Gäste auch einige Fragen zum Jakobsweg haben. Ich freue mich schon sehr auf den Abend, er wird neben dem tollen Thema wieder viele gute Gespräche und tolle Ideen bringen.

Ich verlasse jeden Gästeabend voller neuer Inspirationen. Sie möchten auch dabei sein? Freimaurerei ist für Sie ein Thema? Dann melden Sie sich unbedingt gleich an, wir freuen uns immer auf neue Gäste!

Der Gästeabend findet statt Mittwoch, den 14. Februar 2018 um 19:30 im Bremer Oelzweighaus, Kurfürstenallee 8.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine Anmeldung unbedingt erforderlich ist.

Wir freuen uns auf Sie!

Die Schwestern des „Labyrinths“
Freimaurerinnen in Bremen

2 thoughts on “Jakobsweg – eine persönliche Erfahrung

  1. Liebe Schwestern,
    ich bin Freimaurer seit 38 Jahren und habe den Jakobsweg im vergangenen Jahr von Köln nach Santiago de Compostela mit dem Fahrrad zurückgelegt. Es war eine besondere Erfahrung, insbesondere weil ich eine Menge Erlebnisse hatte, die ich hier nicht alle schildern kann. Bewusst habe ich meinen Weg in Frankreich an die Kathedralen von Amiens, Rouen und Chartres und Tours gelegt. Als Freimaurer (und Kölner) habe ich eine besondere Beziehung zu Kathedralen.
    Liebe Grüße und viel Erfolg für den Vortrag
    P.S. Am 13. März erzähle ich darüber in der Loge „Zum Westfälischen Löwen“ in Schwelm

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